Nach dem Erdbeben der Stärke 5,2 am 11. Mai 2011 mit mindestens acht Toten und hunderten Verletzten in der Provinz Murcia auf dem spanischen Festland und dem verheerenden Erdbeben vor der Küste Japans im März gibt das “Red Sismica”, die spanische Erdbebenzentrale, für Mallorca Entwarnung. Mallorca liege nicht in einer Erdbebenzone, so das Institut.
Reibung der großen Kontinentalplatten
Erdbeben entstehen da, wo die unterschiedlichen, großen Kontinentalplatten der Erdkruste aneinander stoßen und reiben. Hierdurch entstehen Spannungen, die sich schließlich durch plötzliche, heftige Bewegungen der Platten abbauen. Diese Bewegungen werden als Erdbeben wahr genommen. Kontinentalplattengrenzen zwischen der afrikanischen Kontinentalplatte und der euro-asiatischen Platte verlaufen in Südspanien und Portugal, entlang der nordafrikanischen Mittelmeerküste bis zum östlichen Mittelmeerraum, wo Griechenland und die Türkei zu den Gebieten mit hohem Erdbebenrisiko gehören. Auf dem spanischen Festland verläuft die Plattengrenze im Südosten von Granada über Murcia bis nach Alicante. Im Bereich Murcia lag auch das Epizentrum des Bebens vom 11.Mai.
Mallorca befindet sich auf einer eigenen, kleinen Mikroplatte
Große Spannungen der Erdkruste können sich unter Mallorca wegen seiner günstigen geologischen Lage gar nicht erst ausbilden. Mallorca liegt, wie auch Sardinien und Korsika, auf seiner eigenen, kleinen Mikroplatte. Bereits kleinste Spannungen entladen sich rasch, aber diese Erdstöße sind so schwach, dass sie gar nicht gefühlt werden und lediglich auf den hochempfindlichen Seismographen registriert werden können. In den vergangenen 400 Jahren gab es auf Mallorca etwa 50 fühlbare Erschütterungen der Erde, zuletzt im Januar 2010. Bis zum letzten starken Erdbeben im Mai sind niemals Menschen zu Schaden gekommen. Das Beben vom 30.01.2010 hatte die Stärke 3,2 auf der Richterskala. Ein solches Beben wird nur von einigen Menschen bemerkt. Erste Schäden entstehen erst bei einer Stärke von 5,5 bis 6,0.